Tirza Seene
Assoziiertes Mitglied/Graduiertenprogramm
Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
Akademische Mitarbeiterin der Nachwuchsforschungsgruppe „Was ist jüdischer Film?“
Ausbildung:
- Sept.- Feb. 2025 Stipendium der FAZIT-Stitfung
- Dez. 2024 Stipendium der Stiftung Zeitlehren
- Sept. 2024- Nov. 2024 Ernst-Mach-Stipendium weltweit der OeaD- Österreichische Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung an der Universität Wien
- Seit Okt. 2020 Akademische Mitarbeiterin zur Promotion, Nachwuchsforschungsgruppe „Was ist Jüdischer Film" an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
- 2015-2020 Masterstudium: Judaism in Historical Context: Modern Judaism and Holocaust Studies, Freie Universität Berlin
- 2012-2015 Bachelorstudium: Empirischen Kulturwissenschaften und Judaistik, Eberhard Karls Universität Tübingen
Tätigkeiten:
- Seit 2019 Freiberufliche museumspädagogische Guide, Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum
- 25.-30. Juni 2023 Summer Institute for the Study of Antisemitism. The Israel and Golda Koschitzky Centre for Jewish Studies at York University, Toronto.
- Seit 2022 Konzipierung und Durchführung einer Fortbildung für Lehrer:innen „Zwischen Schulhof und Kino: Antisemitische Bilder und Motive im Film erkennen" für Vision Kino gGmbH
- Aug.- Nov. 2018 Unterstützende Recherche für das Forschungsprojekt der Historikerin Alexandra Klei am Institut für die Geschichte der Deutschen Juden
- 2016/ 2017 Praktikum: Moshe Kantor Center for the Research of Contemporary European Jewry – Database on Antisemitism and Racism, Tel Aviv University
- Juli/ Sept. 2015 Praktikum: Projekt „Hitler, Mein Kampf: Eine kritische Edition“, Institut für Zeitgeschichte München
- 2013 Studentische Hilfskraft und Tutorin an dem Institut für Religionswissenschaft und Judaistik der Eberhard Karls Universität Tübingen
Dissertationsprojekt:
Antisemitismus und Film- eine Rezeptionsgeschichte. Vorschläge für die Untersuchung eines komplexen Zusammenhanges [Arbeitstitel]
Der Komplex Antisemitismus und Film ist bisher in der Forschung als abstrakter Zusammenhang kaum berücksichtigt worden. Das Dissertationsprojekt setzt sich zum Ziel dieses undurchsichtige Feld zu strukturieren. Dabei sollen nicht, wie im Gros der Forschungsliteratur, Darstellungen von Juden und Jüdinnen, sondern vielmehr Diskurse über Film im Fokus stehen. Im Zuge dessen geht das Projekt der Frage nach, welche kontextuellen Faktoren dazu beitragen, dass ein Film als antisemitisch wahrgenommen wird. In der Untersuchung der Argumentationsstrukturen soll ein rezeptionsgeschichtlich orientiertes Analysemodell entwickelt werden, das sowohl kontextuelle Faktoren, als auch unterschiedlichen Positionen und Lesarten miteinbezieht. Anhand von vier Fallstudien aus 100 Jahren Filmgeschichte werden ausgewählte öffentliche Debatten über Filme, die als antisemitisch wahrgenommen wurden, in Wissenschaft und Presse untersucht. So leistet das Dissertationsprojekt einen Beitrag zur interdisziplinären Verschränkung der Medienwissenschaften, Jüdischen Studien und Antisemitismusforschung.
Forschungsschwerpunkte:
- Jüdische Kulturgeschichte
- Antisemitismus und Film
- Nationalsozialistischer Propagandafilm
Pubikationen:
- Seene, Tirza. "Antisemitismus und Film als kommunikativer Aushandlungsprozess: Eine diskursive Deutungsgeschichte von Der Golem, wie er in die Welt kam aus minorisierter Position". Erkenntnisperspektiven und Methoden der Kommunikations- und Mediengeschichte: Anwendungsfelder, Herausforderungen, Innovationen, Praxis, edited by Astrid Blome, Erik Koehnen, Christian Schwarzenegger and Thomas Birkner, De Gruyter Saur, 2025, pp. 59-81. https://doi.org/10.1515/9783111153780-004
- Seene, Tirza/ Wohl von Haselberg, Lea: Re-Lektüre, Selbstermächtigung, Konfrontation. Filmische Strategien gegen Antisemitismus In: Mladenova, Radmila (Hrsg.): Counterstrategies to the Antigypsy Gaze, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2024 (2024) (= Antiziganismusforschung interdisziplinär: Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Band 5). https://doi.org/10.17885/heiup.1039
- Der Kinoprotest gegen OLIVER TWIST. In: Praetorius-Rhein, Johannes/ Wohl von Haselberg, Lea (Hg.): Einblendungen: Elemente einer jüdischen Filmgeschichte der Bundesrepublik. Bd. 27. Berlin: Neofelis 2022 (= Jüdische Kulturgeschichte in der Moderne, hg. von Joachim Schlör).
- Dödtmann, Eik/ Pizaña, Lucy/ Seene, Tirza/ Wohl von Haselberg, Lea: „‚Jüdischer Film'. Annäherungen an einen Gegenstand über Rezeption und Filmkultur. Die Forschungsprojekte der Junior Research Group ‚Jüdischer Film – Was ist das?'", in: ffk Journal, Nr. 7, 2022, online: http://ffk-journal.de/?journal=ffk- journal&page=article&op=view&path%5B%5D=167
Publiztistische Arbeiten/ Blogbeiträge:
- „Filmbildung ohne Filme? Antisemitismuskritische Filmbildung für Kinder", Blog zum Projekt Film Macht Mut (Vision Kino GmbH), Januar 2024, online: https://www.filmmachtmut.de/reflexion/blog/filmbildung-ohne-filme- antisemitismuskritische-filmbildung-fuer-kinder/
- Filmtipp zu „Der Rhein fließt ins Mittelmeer" (R: Ofer Avnon, 2021), Vision Kino, 03.05.2023 online: https://www.visionkino.de/filmtipps/filmtipp/der-rhein-fliesst-ins- mittelmeer/
- „Klezmer und Kamele", Jüdische Allgemeine, 19.08.2022, online: https://www.juedische- allgemeine.de/kultur/klezmer-und-kamele/
Vorträge (Auswahl):
- „Böser Wolf, heimtückischer Kobold - ‚Das Böse' als strukturell antisemitisches Element im Fantasyfilm", 18.06. 2025, Vorlesung „Audiovisuelle Bilder ‚des Jüdischen'". Dozentin: Dr. Véronique Sina, Seminar für Filmwissenschaft, Institut für Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin.
- „Zwischen Bild, Kinoraum und Affekt. Theoretische Annäherungen an das Verhältnis von Antisemitismus, Film und Erfahrung", 14. Oktober 2024, Workshop: Antisemitische Projektionen? Jüdische Erfahrung im Film und aktuelle Herausforderungen in der Filmkultur, Universität Wien: Institut für Judaistik, (14.-15. Oktober 2024).
- "Jewish perspectives on antisemitism and film", 18. Juli 2023, 12. EAJS Congress: Branching Out. Diversity of Jewish Studies, Goethe Universität Frankfurt am Main (16. –20. Juli 2023).
- Panel: Empowerment, Sensibilisierung, Repräsentation: Möglichkeiten diskriminierungskritischer Filmbildung, 5.-7. 06.Vision Kino Filmkongress: Vision Kino 23: Zurück in die Zukunft. Perspektiven zu Film - Bildung - Kino (5. - 7. Juni 2023 in Hamburg, Katholische Akademie).
- Zurückgeblickt – gegenwärtige filmische Perspektiven auf die Nachkriegszeit. Die Filme „THOSE WHO REMAINED" und „1945", Filmseminar des Zentralrats der Juden in Deutschland: Von Transit und Trauma. Jüdische Erfahrung in der Nachkriegszeit im Film, 23.-25-11.2022, Wiesbaden.
- Antisemitismus und Film. Vorschläge für die Untersuchung eines komplexen Zusammenhanges, Forschungskolloquium Sommersemester 2022, Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin, 01.06.2022.
- Antisemitismus und Film als kommunikativer Aushandlungsprozess. Eine Re‐Lektüre von Debatten um Paul Wegeners Golem, wie er in die Welt kam (D 1920), Workshop der FG Kommunikationsgeschichte der DGPuK: Erkenntnisperspektiven und Methoden der Kommunikations- und Mediengeschichte– Anwendungsfelder, Herausforderungen, Innovationen, Praxis, 26.-28.04.2022, Institut für Zeitungsforschung, Dortmund.
