Springe direkt zu Inhalt

Dr. Véronique Sina

Profilfoto Dr. Véronique Sina

Assoziiertes Mitglied/Kollegium Jüdische Studien Berlin-Brandenburg

Adresse
Senior Postdoc Researcher am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt

Dr. Véronique Sina ist Film- und Medienwissenschaftlerin mit einem Schwerpunkt in Gender Media Studies, Jewish Visual Culture Studies und Comicforschung. Aus einer sowohl medienästhetischen wie intersektionalen Perspektive heraus beschäftigt sie sich in Forschung und Lehre u. a. mit Bildern ‚des Jüdischen‘ in Kunst und Medien, mit künstlerisch-medialen Repräsentationen der Shoah sowie mit der medialen (Re-)Produktion hegemonialer Ausschließungs-, Diskriminierungs- und Machtstrukturen. Zu ihren Schwerpunkten in Forschung und Lehre zählen u.a. Gender, Intersektionalität und Medien; Jewish Visual Culture; Queer Studies; Kultur- und Medientheorie; Medienästhetik; Antisemitismus und (audio-)visuelle Medien; Postmemory; Holocaust Studies sowie historische und ästhetische Transformationsprozesse (audio-)visueller Medien.

Am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt hat sie von 2022–2026 das von der DFG geförderte Forschungsprojekt „Queering Jewishness – Jewish Queerness. Diskursive Inszenierungen von Geschlecht und ‚jüdischer Differenz‘ in (audio-)visuellen Medien“ durchführt. Im Sommersemester 2025 hat sie am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin die W3-Professur für Filmwissenschaft vertreten. Zuvor war sie W3-Vertretungsprofessorin für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt (SoSe 2023) sowie W2-Vertretungsprofessorin für Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Medienakteure und Medienöffentlichkeit unter besonderer Berücksichtigung von Gender“ an der Ruhr-Universität Bochum (SoSe 2022).

Als Postdoc war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an den film- und medienwissenschaftlichen Instituten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Universität zu Köln, der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Ruhr-Universität Bochum tätig. Zudem war sie Koordinatorin an der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung GeStiK (Gender Studies in Köln).

An der Ruhr-Universität Bochum hat sie am Institut für Medienwissenschaft mit einer Arbeit zu „Comic – Film – Gender. Zur (Re-)Medialisierung von Geschlecht im Comicfilm“ promoviert, die 2016 im transcript Verlag erschienen ist. Von 2017 bis 2019 war sie als Postdoc am DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ assoziiert und von 2020-2026 Mitglied im DFG-Netzwerk „Gender, Medien und Affekt“. Aktuell ist sie an der Siegener Forschungsstelle „Queery/ing Popular Culture“ sowie am SELMA STERN ZENTRUM für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg assoziiert.

Sie ist Initiatorin und Mitbegründerin der AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) sowie Mitherausgeberin der interdisziplinären Publikationsreihe „Comicstudien“, die im de Gruyter Verlag erscheint. Im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts „Survivor-Centred Visual Narratives“ fungiert sie als Project Advisor für das „Holocaust Research Cluster“. 2024 war sie fachliche Beraterin und Co-Kuratorin des Online-Projekts „Wie geht es dir? Zeichner*innen gegen Antisemitismus, Hass und Rassismus“. 2024 und 2026 war sie Mitglied der Fachjury des „Dortmunder Comic-Preis“, der vom Kulturbüro der Stadt Dortmund vergeben wird.

Queering Jewishness – Jewish Queerness. Diskursive Inszenierungen von Geschlecht und ‚jüdischer Differenz’ in (audio-)visuellen Medien
Welche geschlechtlichcodierten Vorstellungen von ‚Jüdischsein‘ werden in unterschiedlichen Medienkonstellationen hergestellt und verhandelt? Dieser grundlegenden Frage widmet sich Véronique Sina in ihrem Forschungsvorhaben, das an der Schnittstelle von Medienwissenschaft, Visual Studies, Jewish Cultural Studies, Gender- und Queer Theory angesiedelt ist. Aus der interdisziplinären Perspektive der Jewish Visual Culture Studies werden verschiedene zeitgenössische Inszenierungen kultureller jüdischer Identitäten in (audio-)visuellen Medien in den Blick genommen. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die vielschichtige Verbindung zwischen Jewishness und Queerness gelegt, die spätestens im 19. Jh. in der weit verbreiteten Vorstellung einer durch Jüd_innen verkörperten transgressiven Sexualität ihren Ausdruck findet. Zugleich manifestiert sie sich in unzähligen Reproduktionen antisemitischer Körper- und Geschlechterbilder, die bis heute in der internationalen Medienlandschaft verbreitet sind. Entlang ausgewählter Bildmedien wird dieser (historisch weit zurückreichenden) Vergeschlechtlichung des ‚Jüdischen‘ im Rahmen einer diskursanalytisch orientierten Untersuchung nachgegangen und herausgearbeitet, wie ‚Jüdischsein’ in medialen Artefakten nicht nur als ‚Anderssein’ – im Sinne ‚jüdischer Differenz‘ – sondern auch als Form der normabweichenden Queerness inszeniert und problematisiert wird.