Workshop: Vladimir Jabotinsky - Romancier, Theoretiker und zionistischer Visionär

09.12.2019 - 10.12.2019
Wladimir Zeev Jabotinsky, Mitte der 1930er Jahre

Wladimir Zeev Jabotinsky, Mitte der 1930er Jahre
Bildquelle: unbekannt, hier Wikipedia

Der Workshop gilt einer (der an faszinierenden Persönlichkeiten ohnehin nicht armen Geschichte des Zionismus) besonders widersprüchlichen Gestalt: dem Theoretiker, Visionär und brillanten Romancier Vladimir Zeew Jabotinsky (1880-1940). Einer „assimilierten“ Familie aus Odessa entstammend, lebte und wirkte Jabotinsky in Konstantinopel, Palästina, in Paris und New York. Er übertrug Dantes „Göttliche Komödie“ ebenso ins Hebräische wie er als zionistischer Agitator zum Gründer einer „Jüdischen Legion“ an der Seite der Briten im Ersten Weltkrieg wurde. Seine Romane „Richter und Narr“ sowie vor allem „Die Fünf“ weisen ihn zudem als einen Romancier aus, der den Vergleich mit etwa Anton Tschechow in keiner Weise zu scheuen hat.

In geradezu unheimlicher Weise sah Jabotinsky das Schicksal der europäischen Juden in der NS-Zeit voraus und wurde auch deshalb zum illusionslosen Anwalt einer – ja, auch gewaltsamen – Eroberung Palästinas auf beiden Seiten des Jordan. Als Begründer der aus der zionistischen Weltorganisation ausgetretenen „revisionistischen“ Bewegung wurde er so zum Vorläufer Menahem Begins und Benjamin Netanyahus – ein Vorläufer freilich, der seine Nachfolger in jeder Hinsicht übertraf.

Das Seminar wird sich in Vorträgen und einem „close reading“ von Jabotinskys politischen Schriften sowie Romanen einer der widersprüchlichsten, aufrichtigsten und brillantesten Persönlichkeiten der zionistischen Geschichte widmen.     

Programm:

Montag, 9. Dezember 2019, 18 Uhr:

Eröffnungsvortrag:

Hansjakob Ginsburg (Düsseldorf): Vladimir Jabotinsky und die revisionistische Bewegung  

Dienstag, 10. Dezember 2019

10.00:              Vladimir Jabotinsky: The Iron Wall (1923)

                        Lektüre und Diskussion

11.15-11.30:   Kaffeepause

11.30-13.00:   Der Romanautor Vladimir Jabotinsky: Richter und Narr (1927)Die Fünf (1935)

                       Lektüre und Diskussion (Einführung: I. v. d. Lühe)

13.00-14.30:   Mittagspause

14.30-17.00:   Micha Brumlik: Menahem Begin– Benjamin Netanjahu und andere. Jabotinskys Erben?

                        (Vortrag mit filmischen Dokumenten; Diskussion)

 

Konzept: Prof. Dr. Micha Brumlik, Prof. Dr. Irmela von der Lühe

Um Anmeldung wird bis zum 6.12.19 via info@selma-stern-zentrum.de gebeten.

Die Texte zur Lektüre werden angemeldeten Teilnehmenden ein einem Moodle zur Verfügung gestellt.

Zeit & Ort

09.12.2019 - 10.12.2019

Selma Stern Zentrum
Sophienstraße 22 a
10178 Berlin

Weitere Informationen

info@selma-stern-zentrum.de