PD Dr. Hans-Joachim Hahn (Aachen/Basel): Aspekte des jüdischen Menschenrechtsdiskurses. Von Moses Hirschel (und anderen) über Hannah Arendt bis zu Omri Boehm (Gastvortrag)
Es waren preußische Juden, die bereits für alle Untertanen des Staats Menschen- und Bürgerrechte forderten, als das Konzept einer allgemeinen Staatszugehörigkeit noch neu war.
Daran erinnert David H. Jones in seiner 2023 erschienenen Dissertation zur Breslauer Haskala. Die Studie rückt den Maskil Moses Hirschel ins Zentrum, der 1793 eine „Apologie der Menschenrechte“ verfasste. Hirschel hatte zuvor vor allem scharfe
Kritik an Rabbinern und am traditionellen Judentum geäußert und reagierte mit dieser Schrift jetzt auf den entstehenden
antiemanzipatorischen Judenhass seiner Zeit. Im Anschluss an die neueren Forschungen zur Berliner und Breslauer Haskala wird der Vortrag einige zentrale Aspekte des jüdischen Menschenrechtsdiskurses beleuchten und diese ebenso politische wie intellektuelle Auseinandersetzung in ihrer historischen Entwicklung exemplarisch nachzuzeichnen versuchen. Besonderes Augenmerk gilt dabei drei herausgehobenen historischen Situationen: dem Beginn des Emanzipationszeitalters, der Zeit des Nationalsozialismus sowie unserer Gegenwart.
Zeit & Ort
14.01.2027 | 16:15
FU Berlin, Fabeckstr. 23-25 (Holzlaube), Raum 0.2051
Weitere Informationen
Ohne eine Anmeldung bei Doris Maja Krüger (mkrueger@europa-uni.de) ist eine Teilnahme am Kolloquium nicht möglich.
