Springe direkt zu Inhalt

Prof. Dr. Asher D. Biemann (Charlottesville, VA): Negativer Humanismus: Jüdische Kontinuitäten des Menschseins im Zivilisationsbruch (Gastvortrag)

26.11.2026 | 16:15

Theodor W. Adorno sprach 1945 von einem „objektive[n] Ende der Humanität“; Margarete Susman vom „Zusammenbruch alles Menschlichen und Menschheitlichen in der abendländischen Welt“; Martin Buber von einer „ausdrücklich menschheitslosen Zeit.“

Die Epochenscheide der „Stunde Null“ wurde nicht nur als Zivilisationsbruch wahrgenommen, sondern auch als das Ende der Menschheit: „Nach dem Tode Gottes verkündet man jetzt den Tod des Menschen“, schrieb Jean-Paul Sartre im Oktober 1945. Zugleich aber wurde der fraglich gewordene Begriff der Menschheit zu einer philosophischen Aufgabe, welche nicht nur an die
europäische Aufklärung, sondern auch an die moderne Auslegung jüdischer Quellen anknüpfen konnte. So stellte 1945 nicht nur einen unwiderruflichen Bruch, sondern auch eine bewusste Kontinuität dar, die besonders das deutschsprachige Judentum kritisch mit dem Erbe der Aufklärung verband. Der Vortrag entwirft ein synthetisches Bild, welches auf einen negativen Humanismus, oder wie es bei Hannah Arendt heißt, eine „negative Solidarität“, hindeutet.

Zeit & Ort

26.11.2026 | 16:15

FU Berlin, Fabeckstr. 23-25 (Holzlaube), Raum 0.2051

Weitere Informationen

Ohne eine Anmeldung bei Doris Maja Krüger (mkrueger@europa-uni.de) ist eine Teilnahme am Kolloquium nicht möglich.