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DFG öffnet Schwerpunktprogramm "Jüdisches Kulturerbe"

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im März 2021 die Einrichtung des Schwerpunktprogramms „Jüdisches Kulturerbe“ (SPP 2357) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre vorgesehen. Die DFG lädt zur Antragstellung für die erste dreijährige Förderperiode (2022–2024) ein.

News vom 18.05.2021

Thema und wissenschaftliche Zielsetzung

Das Schwerpunktprogramm will interdisziplinär und multiperspektivisch die Entwicklungen sowohl des gesellschaftlichen und kulturpolitischen Stellenwerts als auch des Umgangs mit jüdischem Kulturerbe in Europa erforschen. Dabei widmet es den historischen und gegenwärtigen Beziehungen zwischen Gesellschaft, jüdischem Kulturerbe und politischen, wirtschaftlichen, religiösen und soziokulturellen Differenzordnungen besondere Aufmerksamkeit.

Ziel des Schwerpunktprogramms ist eine Reflexion der Diskursivierung des kulturellen Erbes von Juden und Jüdinnen in Europa. Damit verbunden ist eine Neubetrachtung der Konzepte „jüdisches Kulturerbe“ (als kulturpolitische Ressource) und „Jewish heritage“ (als Gesamtheit aller Ausdrucksformen jüdischen Lebens) sowie der mit ihnen verknüpften Prozesse. Teams von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich auf interdisziplinärer Ebene kritisch mit den materiellen und immateriellen Gegenständen, Entstehungszusammenhängen und Transmissions- und Innovationsprozessen jüdischen Erbes auseinandersetzen, sind eingeladen, sich am Schwerpunktprogramm zu beteiligen, ebenso alle, die Fragen nach Strategien zur Einbindung jüdischer Gemeinschaften und Institutionen in die Prozesse der Patrimonialisierung ihres Erbes nachgehen. Gemeinsam wollen wir „jüdisches Kulturerbe“ in neuer Weise transdisziplinär betrachten und denken, aber auch bisherige wissenschaftliche, kulturpraktische und -politische Arbeiten auf diesem Gebiet zukunftsweisend zusammenführen und hinterfragen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten um Darstellungsformen und Restitution der im kolonialen Kontext geraubten Kulturgüter soll zudem jüdisches Kulturerbe unter Einbeziehung jüdischer Akteurinnen und Akteure neu diskutiert und definiert werden.

Methodischer Rahmen

Das Schwerpunktprogramm ist transdisziplinär angelegt und richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen, die sich mit Gegenständen und Konzepten jüdischen Erbes – und dessen Nachleben – befassen. Hierzu werden Methoden und Forschungsgegenstände in interdisziplinären Tandemprojekten zusammengeführt, die von Forscherinnen und Forschern aus mindestens zwei unterschiedlichen Fachgruppen (siehe Beschreibung des SPP) konzipiert werden, und in projektübergreifenden Formaten ausgetauscht und abgeglichen. 

Zur Ausschreibung hier

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