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15.01.2020 - Ausstellungseröffnung: "A theyl fun jener Kraft" - Jiddische Übersetzungen deutschsprachiger Klassiker in der Zwischenkriegszeit

News vom 06.01.2020

„Die Ostjuden kommen aus Rußland, wo sie keine gute Zeit gehabt haben. Wenn dort einer bildungsbeflissen war, und das waren nicht wenige von ihnen, und er streckte den Kopf über den Talmud heraus, so las er Goethe. Er las Schiller. Er las Kant und Schopenhauer (...) Und wenn einer von ihnen begann, sich der westlichen Kultur zu nähern, so war es die deutsche Kultur.“

Diese Einschätzung äußerte der ehemalige Redakteur des Berliner Tageblatts, Rudolph Olden (1885-1940), in den frühen 1930er Jahren. Und in der Tat, das Interesse an der deutschsprachigen Literatur war groß innerhalb der jüdischen Welt Osteuropas. 

Aber welche Autoren waren damals bei der jiddischsprachigen Bevölkerung besonders beliebt? Und wer hat ihre Bücher aus dem Deutschen ins Jiddische übersetzt und herausgegeben? Eine aktuelle Ausstellung des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdischen Studien Potsdam wird genau diesen Fragen nachgehen. 

Neben der Frage, was ins Jiddische übertragen wurde, werden in der Ausstellung auch die Verlage samt Verlagsorten und vor allem die Übersetzer der Werke ins Blickfeld gerückt. Es ist kaum bekannt, dass beispielsweise Thomas Manns Zauberberg von Isaac Bashesvis Singer, dem bislang ersten und einzigen jiddischsprachigen Literaturnobelpreisträger bereits 1930 ins Jiddische übersetzt wurde.

Weitere Informationen zur Ausstellung und zur Ausstellungseröffnung finden Sie im PDF im Download-Bereich unten auf dieser Seite.

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