Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche

Konzeption: Dr. Maria Stolarzewicz; Zeitraum: 15. November bis 31. Dezember 2019; Ausstellungsort: hochschulzentrum am horn Weimar; Öffnungszeiten: werktags 10:00 bis 19:00 Uhr; Eintritt frei

News vom 25.11.2019

Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche

Konzeption: Dr. Maria Stolarzewicz
Zeitraum: 15. November bis 31. Dezember 2019
Ausstellungsort: hochschulzentrum am horn Weimar
Öffnungszeiten: werktags 10:00 bis 19:00 Uhr
Eintritt frei

Vom 15.11. bis zum 31.12.2019 wird im hochschulzentrum am horn der HfM Weimar die Ausstellung "Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche" präsentiert. Sie erzählt die Lebensgeschichten von Musikerinnen und Musikern, die als Mitglieder Thüringer Theater, Musikhochschulen, Musikschulen sowie auch als private Lehrerinnen und Lehrer die kulturelle Landschaft Thüringens mitgestalteten –  und nach 1933 wegen „jüdischer“ Abstammung im nationalsozialistischen Deutschland tragische Schicksale erlitten oder ermordet wurden.

So erging es etwa der Sopranistin Florence Singewald (1896–1992), die am Neuen Operettentheater in Gera von etwa 1920 bis 1922 tätig war. Anfang 1944 wurde sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. Dort stand sie zweimal vor Dr. Joseph Mengele „zur Selektion“. Nach der zweiten „Selektion“ wurde sie in das Frauenlager Salzwedel transportiert, wo sie in der Munitionsfabrik der Firma Polte-Werke Magdeburg bis zur Befreiung Schwerstarbeit leisten musste. Im Stadtarchiv Gera sind ihre handschriftlich verfassten Briefe an den Historiker Walther Simsohn erhalten, in denen sie von ihrem Schicksal berichtet.

Manche von den in der Ausstellung dargestellten Musikerinnen und Musiker, wie etwa der weltberühmte Schwager Gustav Mahlers, Eduard Rosé (1859–1943), der als erster Cellist am Orchester des Großherzoglichen Theaters sowie als Lehrer an der damaligen Großherzoglichen Musikschule in Weimar wirkte und am Ende seines Lebens in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt wurde, sind für viele ein Begriff.

Die Biographie des an der Rudolstädter Landeskapelle tätigen Posaunisten Paul Joseph Linder (1894–1972) wurde für die Weimarer Ausstellung zum ersten Mal dank der im Stadtmuseum Rudolstadt entdeckten Personalakte rekonstruiert. Über viele andere Musikerinnen und Musiker ist kaum etwas bekannt: Ihre Namen werden jedoch trotzdem aufgelistet, um sie vor dem Vergessen zu bewahren.

Die Ausstellung "Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche" entstand im Rahmen des gleichnamigen Forschungsprojektes, das von April 2018 bis Juni 2019 von der Thüringer Staatskanzlei gefördert und vom Verein weim | art e.V. getragen wurde. Die Ausstellung kuratierte Frau Dr. Maria Stolarzewicz, das Projekt leitete Frau Prof. Dr. Helen Geyer.

Das Forschungsprojekt Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche (zweiter Teil) wird dank der gemeinsamen Förderung der Thüringer Staatskanzlei und der Stiftung Deutsche Bank am Lehrstuhl für die Geschichte der jüdischen Musik der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar fortgesetzt.

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