Vortrag: Jüdisches Schreiben in Mittel- und Ostmitteleuropa: Diasporische Schreibweisen, Praktiken und Transferprozesse. Dr. Andree Michaelis-König, Malte Spitz, Irad Ben Isaak (Frankfurt Oder)

05.02.2019 | 14:15 - 15:45

FORSCHUNGSCOLLOQUIUM von Prof. Dr. Kerstin Schoor

Ausgangspunkt der Arbeit in der Forschungsgruppe ist ein Nachdenken über die Lebens- und Schaffensbedingungen jüdischer Autorinnen und Autoren in der europäischen Diaspora. Dabei ist Grundhypothese der Analysen, dass sich im Schreibprozess unterschiedliche regionale und transregionale Erfahrungen auf diskursiver, sprachlicher und ästhetischer Ebene verschränkt haben. Gefragt wird entsprechend, inwiefern die Lebens- und Existenzbedingungen der jüdischen Diaspora in Zentral- und Ostmitteleuropa in deutschsprachigen und jiddischen Werken einen poetologischen und/oder ästhetischen Niederschlag gefunden haben und welche Spezifi k sich hieraus ergab. Hierdurch wird der Weg bereitet, um das Schreiben der Autorinnen und Autoren auf übergeordneter Ebene als konstitutiv für eine jüdische Literaturgeschichte als Verfl echtungsgeschichte zu verstehen. Um dies zu exemplifi zieren, werden in den Einzelprojekten der Forschungsgruppe anhand der exemplarischen oder vergleichenden Analyse von Beispielen aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert eben solche Praktiken und Prozesse des Verfl echtens analysiert, auf die eine solche literaturgeschichtliche Betrachtung sich stützen kann. Im Kolloquium vorgestellt werden sowohl das rahmende Gruppenprojekt als auch die derzeit drei Einzelprojekte, auf denen dieses aufbaut.

Zeit & Ort

05.02.2019 | 14:15 - 15:45

Europa-Universität Viadrina, Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration
Logenstraße 9-10, 15230 Frankfurt (Oder)
Stephan-Saal und Postgebäude Raum 265