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Digitale Ringvorlesung: (Jüdische) Leben erzählen. Biographische Werkstattberichte

07.12.2021 | 18:00 c.t. - 20:00

UP-RV: Stefanie Mahrer (Bern/Basel): Salman Schocken. Topographien eines Lebens

Ort: Online-Veranstaltung Anmeldung: events-js@uni-potsdam.de

14.12.2021 | 18:00 c.t. - 20:00
11.01.2022 | 18:00 c.t. - 20:00
25.01.2022 | 18:00 c.t. - 20:00
01.02.2022 | 18:00 c.t. - 20:00

UP-RV: Philipp Lenhard (München): Die Tücken des Archivs: Zur Biographie Friedrich Pollocks

Ort: Online-Veranstaltung Anmeldung: events-js@uni-potsdam.de

08.02.2022 | 18:00 c.t. - 20:00
15.02.2022 | 18:00 c.t. - 20:00
22.02.2022 | 18:00 c.t. - 20:00
30.11.2021 | 18:00 c.t. - 20:00

UP-RV: Reiner Stach (Berlin): Kafkas Lebenswelt. Eine Recherche

Ort: Online-Veranstaltung Anmeldung: events-js@uni-potsdam.de

16.11.2021 | 18:00 c.t. - 20:00
09.11.2021 | 18:00 c.t. - 20:00
26.10.2021 | 18:00 c.t. - 20:00

Digitale Ringvorlesung

(Jüdische) Leben erzählen: Biographische Werkstattberichte

Wintersemester 2021/2022

dienstags, 18:15–19:45 Uhr, online

 

Anmeldung

events-js@uni-potsdam.de

 

Veranstaltet von

Prof. Dr. Grażyna Jurewicz

Universität Potsdam, Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft

Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg

 

Zum Thema

Seit geraumer Zeit ist in den historisch arbeitenden Geisteswissenschaften von einem „biographical turn“ die Rede. Auch in den Jüdischen Studien nimmt die Relevanz der biographischen Forschungspraxis kontinuierlich zu. Von diesem Befund ausgehend bietet die interdisziplinäre Ringvorlesung „(Jüdische) Leben erzählen: Biographische Werkstattberichte“ Einblicke in die historiographischen und literarischen Aspekte der Arbeit an jüdischen Lebensgeschichten.  

Jüdische Lebensläufe verkörpern häufig Subjektpositionen, deren biographische Erschließung Forscher:innen vor erhebliche Herausforderungen stellt. Diese gründen in Phänomenen wie Exil, Diaspora, Transkulturalität, Mehrsprachigkeit und Intersektionalität, die der jüdischen Geschichte scheinbar inhärent sind und aus denen potenziell diskontinuierliche bzw. fragmentierte Erfahrungswelten resultieren. Das Ergebnis sind oft ausgesprochen komplexe Quellenkonstellationen, die biographische Untersuchungen einerseits erschweren, sich aber andererseits für die Methodologie der Biographie als besonders aufschlussreich erweisen können. Im Rahmen retrospektiver Reflexion über die Entstehungsprozesse ihrer lebensgeschichtlichen Studien schildern die Referent:innen an konkreten Beispielen solche Herausforderungen und den möglichen Umgang mit ihnen. Dabei berühren sie eine Reihe allgemeiner methodologischer Fragen und forschungspraktischer Probleme biographischen Schreibens, etwa: die Wahl von Protagonist:innen biographischer Narrative; die Anwesenheit der Biograph:innen in ihren Darstellungen fremder Leben und ihre eventuelle Identifikation mit den eigenen „Objekten“; den Umgang mit Wissenslücken bzw. der Wissensfülle; literarische Aspekte biographischer Arbeit sowie deren ethische Dimensionen; die Darstellbarkeit der Zusammenhänge zwischen dem zu biographierenden Leben und der je spezifischen Form der Kreativität, die in diesem Leben wirksam wurde; usw. Entlang dieser und weiterer fallspezifischer Aspekte lebensgeschichtlichen Schreibens werden in der Ringvorlesung die Bedingungen der Möglichkeit diskutiert, medial vermittelte Spuren vergangener Leben in schriftliche Erzählungen zu transformieren, um damit methodologische Erträge für die biographische Forschungspraxis inner- und außerhalb des Faches „Jüdische Studien“ zu gewinnen.

 

Termine

26.10. Grażyna Jurewicz (Potsdam/Berlin): Prolog

02.11. Beatrix Borchard (Hamburg/Berlin): Storytelling oder Lücken markieren? Nachdenken über den Umgang mit biographischem Quellenmaterial

09.11. Ernst Piper (Potsdam): Zwischen Intersektionalität und Internationalismus. Annäherung an Rosa Luxemburg

16.11. Reiner Stach (Berlin): Kafkas Lebenswelt. Eine Recherche

30.11. Verena Dohrn (Hannover): Familienbiographie als literarisches Verfahren. Die Saga der Ölunternehmer Kahan aus Baku

07.12. Dominique Bourel (Paris/Kassel): Moses Mendelssohn und Martin Buber: Biographie ohne Autobiographie?

14.12. Stefanie Mahrer (Bern/Basel): Salman Schocken. Topographien eines Lebens

11.01. Katharina Prager (Wien): „Ich kann es nur chassidisch begreifen…“ – Jüdischsein in den Leben von Berthold und Salka Viertel

18.01. Claudia Willms (Frankfurt am Main): Geschichtsschreibung von unten? Franz Oppenheimer und die kulturanthropologische Biographieforschung

25.01. Efrat Gal-Ed (Düsseldorf/Augsburg): Niemandssprache. Itzik Manger – ein europäischer Dichter. Zum biographischen Textverfahren

01.02. Jacques Picard (Basel/Zürich): Die Uhr, die noch tickt. Von Subjekten und Objekten in der Biographieforschung

08.02. Philipp Lenhard (München): Die Tücken des Archivs: Zur Biographie Friedrich Pollocks

15.02. Christina Pareigis (Hamburg): Shamanistic Voyages. Rückblick auf die Entstehung einer intellektuellen Biographie über Susan Taubes

22.02. Stephan Braese (Aachen): Hildesheimer „biographieren“: Werkstatt – Expedition – Labor

01.03. Alfred Gall (Mainz): „Ich gehöre nirgendwo hin, denn ich bin anderswoher“: Konstellationen von Biographie und Science-Fiction bei Stanisław Lem