Workshop: Jüdische Intellektuelle im George-Kreis

02.05.2019 - 03.05.2019

Organisation: Prof. Dr. Micha Brumlik, Prof. Dr. Irmela von der Lühe

Mit der Frage nach Repräsentation und Bedeutung jüdischer Intellektueller im George-Kreis
setzen wir im Sommersemester die Beschäftigung mit dem Thema „Judentum und
Konservative Revolution“ an einem prominenten Beispiel fort. Kaum eine Vereinigung von
Wissenschaftlern, Dichtern und Intellektuellen hat im 20.Jahrhundert eine solche Aura von
elitär-missionarischer Auserwähltheit zu verbreiten vermocht wie der um den „Meister“
Stefan George zentrierte Kreis. Zunächst aus der Lebensreform-Bewegung hervorgegangen
versuchte man nicht weniger als die Reform universitärer, akademischer Bildung und
Wissenschaft aus dem Geiste der Dichtung, speziell der Lyrik. Im Bekenntnis zum
„ästhetischen Fundamentalismus“ (Stefan Breuer) einerseits und zu einem „geheimen
Deutschland“ andererseits formierte sich der George-Kreis als verschworene Gemeinschaft,
der u.a. Friedrich Gundolf und Karl Wolfskehl, Ernst und Gertrud Kantorowicz sowie Edith
und Julius Landmann angehörten. Welche Ziele und Motive, Ideen und Visionen die
jüdischen Mitglieder des George-Kreises verfolgten, welche Erfahrungen und Erlebnisse sie
prägten, soll während des Workshops exemplarisch erörtert werden. Dabei werden
einführende Vorträge und gemeinsame Textlektüren einander abwechseln.

Zur vorbereitenden Lektüre außerdem empfohlen: Stefan Breuer Ästhetischer
Fundamentalismus. Stefan George und der deutsche Antimodernismus. Primus,
Darmstadt 1995,

Zeit & Ort

02.05.2019 - 03.05.2019

Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg
Sophienstrasse 22a, 10178 Berlin