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CfP: Der jüdische Vormärz in den deutschsprachigen Ländern

News vom 29.10.2021

Vom 25. bis 27. 07. 2022 findet in Basel in Kooperation des Zentrums für Jüdische Studien der Universität Basel, der Basel Graduate School of History und dem Martin-Buber-Lehrstuhl der Goethe-Universität Frankfurt eine Konferenz statt, die sich dem facettenreichen jüdischen Leben in der Zeit des Vormärz innerhalb der deutschsprachigen Länder widmet.

Der jüdische Vormärz in den deutschsprachigen Ländern

Die Zeit des Vormärz war nicht nur für die Heranbildung und Konstruktion der deutschen Nation(en) von großer Bedeutung, sondern hatte ebenfalls auch auf die Diskurse innerhalb des Judentums enorme Auswirkungen. So fällt darein beispielsweise die Gründung von unterschiedlichen Zeitungen, wie der »Allgemeinen Zeitung des Judentums«, die durch ihren Erfolg die Etablierung einer jüdischen (Teil-) Öffentlichkeit nach sich zog. Weitere bestimmende Themen der Zeit sind das Bemühen um Emanzipation, diverse (jüdische) Bibelübersetzungen sowie eine allgemeine Verwissenschaftlichung bzw. Historisierung des Judentums. Ausserdem lassen sich stetig wandelnde Aushandlungsprozesse zwischen neuen Regierungsformen und den (wieder-) entstehenden Gemeindestrukturen in den einzelnen Regionen ausmachen.
Die Konferenz bietet insbesondere NachwuchsforscherInnen die Möglichkeit die unterschiedlichen Auswirkungen der in dieser Zeit geführten Diskurse zu untersuchen. Ebenso dient sie der Diskussion neuer Erkenntnisse über die jüdische Emanzipation und deren Auswirkungen auf das Alltagsleben wie auch auf die zeitgenössischen intellektuellen und sozialen Eliten sowohl in den Zentren jüdischer Gelehrsamkeit als auch in den Peripherien.

Mögliche Fragestellungen können hierbei sein:

  • Wie verändern die Diskurse um die Religionsgesetze das Alltagsleben?
  • Welche unterschiedlichen Kollektivkonzeptionen treten in dieser Zeit auf?
  • Welchen Einfluss hat die aufsteigende jüdische Historiographie und die „Wissenschaft des Judentums“?
  • Wie verändert sich das Verhältnis zwischen Stadt und Land bzw. Zentrum und Peripherie?
  • Welche neuen Quellenbestände lassen sich erschliessen und wie gestalten sich innovative Zugänge zu u.a. Zeitungen, Bittschriften und Petitionen, die direkt zur Beeinflussung öffentlicher Meinungen oder Beschlüsse führen sollten?
  • Welche biographischen Zugänge lassen sich wählen zu den AgentInnen der Emanzipation, Tradition oder anderer Interessengruppen?

Interessierte TeilnehmerInnen werden eingeladen, ihre Bewerbungen bis 17. 12. 2021 an die beiden Organisatoren, Moritz Bauerfeind und Elias S. Jungheim, an die folgende Maildresse zu senden: vormaerz-theol@unibas.ch. Diese sollte neben einem Abstract (max. 500 Wörter) auch einen kurzen akademischen Lebenslauf enthalten. Die Konferenzsprache wird Deutsch sein. Um eine lebendige Diskussion vor Ort zu ermöglichen, wird gebeten, die vollständig ausgearbeiteten Papers und Präsentationen vorab einzureichen. Die eingegangenen Beiträge werden allen Partizipierenden im Vorfeld zum eingängigen Lesen zur Verfügung gestellt.
Zusätzlich wird am ersten Konferenztag für interessierte TeilnehmerInnen vor Ort eine Master Class veranstaltet.

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