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CfP „Studentische Bewegungen, Netzwerke, Avantgarden. Das Beispiel Prag in Politik, Literatur und Kultur 1848 bis 1990“

München, 7.–8. Mai 2020

News vom 18.12.2019

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"Studenten und seit etwa 1900 auch Studentinnen stellen einen exponierten und privilegierten Teil der Gesellschaft dar. Aus ihrer Mitte kamen zu unterschiedlichen Zeiten und Anlässen stets Bewegungen, die sich – auch in ihren nationalen Ausprägungen – zum Teil selbst als progressiv verstanden. Solche studentischen Bewegungen bildeten sich in Prag etwa in den Jahren 1848, 1892/93, 1939, 1948, 1968 oder 1989 sowie anlässlich der Sprachverordnungen des Ministerpräsidenten Badeni in den 1890er Jahren oder als antisemitische Proteste gegen das Rektorat des jüdischen Historikers Steinherz in den 1920er Jahren.

In der Hochschulstadt Prag gab es bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine Vielfalt zum Teil konkurrierender Einrichtungen (zwei Universitäten, zwei Technische Hochschulen und weitere Kunst- und Musikhochschulen), was zusammen mit den besonderen ethnisch-nationalen und multikonfessionellen Konstellationen die Untersuchung mehrerer Fragen und Aspekten nahelegt.

Zugleich wurden diese Konstellationen in der Geschichtswissenschaft sowie in Literatur und Film bereits zeitgenössisch reflektiert. Studentisches Leben und Prager Studentenschaft sind etwa konstitutiver Bestandteil des Prag-Diskurses der Frühen Moderne.

Mögliche Themenkreise

a) Welchen Einfluss hatten einzelne Studentenbewegungen auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung? Wie gerechtfertigt ist die Selbstwahrnehmung einiger dieser Bewegungen als gesellschaftliche Avantgarde?

b) Welche Zusammenhänge gab es in der Studentenschaft zwischen den beiden Universitäten und zu den anderen Prager Hochschulen?

c) Wechselwirkungen zwischen Prag und den Einzugsgebieten: Wie wirkten studentische Erfahrungen in die Herkunftsregionen zurück?

d) Welche Rolle hatten Studentinnen in einzelnen Studentenbewegungen?

e) Nahmen sich Studentenbewegungen (deutsche, tschechische, jüdische) auch jenseits direkter Konfrontation gegenseitig wahr?

f) Gab es Kontinuitäten zwischen einzelnen Studentenbewegungen? Knüpften einzelne Bewegungen bewusst an Vorgänger an?

g) Welche Bedeutung hat das studentische Prag als Erinnerungsort? Welchen Einfluss hatten studentische Netzwerke, auch über historische Brüche, wie etwa im September 1938 oder die Vertreibung im Februar 1948, hinweg?

h) Inwiefern hat sich die Erinnerung an studentische Bewegungen gewandelt? Gibt es Studentenbewegungen, die inzwischen aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwunden sind?

i) Wie sind Studentenfiguren bzw. die Darstellung studentischen Lebens in einschlägigen Prag-Romanen oder -Filmen funktionalisiert?

j) Was trägt der Mythos/das Stereotyp des Prager Studenten zum Topos der Stadt bei?

Die Konferenz findet am 7. und 8. Mai 2020 in München statt.

Willkommen sind Beiträge, die einen oder mehrere der genannten Themenkreise behandeln.

Der Call for Papers richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus historischen, literatur- und kunstwissenschaftlichen sowie allgemein kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Wir bitten um Skizzen (bis zu ca. 2.000 Zeichen) für Vorträge mit einer Länge von 20 Minuten. Abstracts können auf Deutsch, Tschechisch und Englisch eingereicht werden. Bitte senden Sie die Skizze versehen mit Ihrem Namen, Ihrem Titel und dem Namen Ihrer Forschungseinrichtung und der Angabe Ihrer Forschungsschwerpunkte bis zum 15. Januar 2020 an einen der Organisatoren. Die Veranstalter tragen die Reise- und Unterbringungskosten. Eine Benachrichtigung über die Annahme des Vortrags erfolgt bis zum 31. Januar 2020. Die Publikation der Beiträge ist vorgesehen.

Veranstalter:

Adalbert Stifter Verein, München

Collegium Carolinum, Forschungsinstitut für Geschichte Tschechiens und der Slowakei, München

Institut pro studium literatury, o. p. s., Prag

Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Philosophischen Fakultätder Karls-Universität in Prag


Konzeption und Organisation der Tagung:

Dr. Franziska Mayer, Adalbert Stifter Verein:   mayer[at]stifterverein.de

Dr. Robert Luft, Collegium Carolinum:   robert.luft[at]collegium-carolinum.de "

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